Berliner Zeitung, 01.08.07

> Falsche Dübel

Vor einem Monat brannte im AKW Krümmel ein Transformator. Nicht das
einzige Problem, wie Monteure wissen. Die Sicherheitskultur ist gefährdet

Frank Nordhausen

GEESTHACHT/BIBLIS. Als vor gut einem Monat im Atomkraftwerk Krümmel der
Transformator brannte, musste Hans Brenner sofort an jene Zeit denken,
als er dort gearbeitet hat. Die Betreibergesellschaft Vattenfall
verstrickte sich in Widersprüche, und plötzlich war noch von ganz anderen
Problemen als dem Feuer die Rede. Vierzehn Dübel in einem Gebäude mit
Notstromgeneratoren seien falsch montiert worden, hieß es. "Ich weiß,
dass sie damals Dübel nicht richtig gesetzt haben, denn ich war dabei",
sagt Brenner. "Aber es gab dort noch viel mehr Pfusch."

Inzwischen wurden in Krümmel so viele vorschriftswidrige Dübel entdeckt,
dass der Vorfall in die Kategorie "eilt" eingestuft werden musste. Von
bis zu 630 falschen Dübeln ist jetzt die Rede. Nun mag man einwenden, ein
paar falsch verbaute Dübel seien keine große Sache. Doch handelt es sich
nicht um x-beliebige Dübel aus dem Baumarkt, sondern um spezielle
Stahldübel im Reaktorgebäude - also im atomaren Bereich der
Kraftwerksanlage. Sie müssen Montagebühnen für Wartungsarbeiten halten.
Und Rohre des Reaktorkühlsystems.

Sollten diese Dübel die Rohre nicht mehr sichern, könnten sie brechen.
Kaum etwas aber wird von Atomingenieuren so gefürchtet wie ein Leck im
Kühlsystem. Falls dann weitere Sicherungen versagen, ist der Reaktor
gefährdet.

Auch wegen dieser Baumängel ist das AKW Krümmel abgeschaltet, nicht nur
wegen des abgebrannten Transformators. "Man müsste dringend alle Dübel
der Rohrhalterungen in Krümmel überprüfen", sagt Brenner.

Für Rohre in Atomanlagen ist er Fachmann, damit hat er sich dreißig Jahre
lang befasst. Brenner weiß von Nachlässigkeiten zu berichten -
ausgerechnet in der riskantesten Technik, die existiert. "Es gibt viele
gute Leute in den Anlagen und den Montagefirmen", sagt der 62-Jährige,
"aber leider auch viele, die es nicht so genau nehmen. Zum Beispiel den
Zinker."

Zinker, so nannten sie damals in Krümmel einen Vorarbeiter, der sich
immer wieder über die Vorschriften hinwegsetzte. "Wenn Rohre oder
Halterungen nicht passten, hat der Zinker sie passend gemacht. Waren sie
nicht aus dem vorgeschriebenen Werkstoff, hat er die Werkstoffmarken
umgestempelt, also gefälscht." Das war 1998, als Brenner in Krümmel
arbeitete. Das Rohrleitungssystem sollte damals teilweise erneuert
werden. Viele ausgewechselte Röhrenhalter seien aber nicht die eigentlich
vorgesehenen und richtigen gewesen, sagt Brenner, "und das ist ein
rechtswidriger und gefährlicher Zustand".

Weshalb ein Vorarbeiter ausgerechnet im Atomkraftwerk Marken umstempelt
oder falsche Dübel einbauen lässt, das kann Brenner leicht erklären: "Der
Zinker zum Beispiel war ein Befehlsempfänger. Dem hat man gesagt, wir
brauchen dieses und jenes Teil, sieh zu, dass du es besorgst. Der stand
unter Termindruck." Und das Ergebnis? "Wenn bei einem Störfall der
Wasserdruck steigt und dann die Dübel versagen, könnten die Leitungen
bersten." Brenner hat versucht, seine Vorgesetzten über den "Zinker" zu
informieren. "Da hieß es aber, mischen Sie sich nicht ein!"

Vor wenigen Tagen hat der Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson behauptet,
die alten Atomkraftwerke seien heute sicherer als vor dreißig Jahren,
weil sie oft nachgerüstet wurden. Hans Brenner ist da anderer Meinung. Er
heißt nicht wirklich Brenner, aber er ist einer der wenigen, die immerhin
anonym über Missstände in der Atomindustrie reden. "Ich habe das Gefühl,
ich muss das tun", sagt er. "Es geht ja hier nicht um eine
Würstchenbude."

Was Brenner sagt, passt aber zu der Kritik von Eberhard Grauf, dem
ehemaligen Leiter des Atomkraftwerks Neckarwestheim II, der 2004
erklärte, es gebe bei der Sicherheit der Atomanlagen "immer größere
Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit". Einsparungen und höhere
Anforderungen hätten zu "inakzeptablen Arbeitsbedingungen" geführt.
Grundlegende Aspekte der Sicherheitskultur würden zunehmend ignoriert.
Grauf wurde daraufhin entlassen.

Hans Brenner arbeitet aus eigenem Willen nicht mehr für die
Atomindustrie. Vor einem Jahr hat er in der Berliner Zeitung alarmierende
Zustände im südhessischen AKW Biblis B geschildert, das etwas älter als
Krümmel ist und ebenfalls als Pannenmeiler gilt. Rohrkanäle seien dort
überflutet, Wasserrohre chaotisch verlegt, das Notkühlsystem falsch
berechnet worden. "Wenn etwas passiert, gehen die Ingenieure von falschen
Plänen aus. Das ist gefährlich, weil sie dann auch falsche Schlüsse
ziehen können."

Der Essener Energiekonzern RWE, Betreiber von Biblis, hatte die Vorwürfe
des Ingenieurs seinerzeit dementiert. Inzwischen musste RWE einräumen,
dass sich tatsächlich Wasser in den Kellerräumen von Biblis B befand und
mehrere hundert so genannte Stempelfelder, Etiketten des Notkühlsystems,
nicht auffindbar waren. Genau so, wie es Brenner berichtet hatte. Eine
Klage gegen ihn, wie zunächst angekündigt, hat man nicht angestrengt.

Zwar sind laut RWE seit 1999 etwa eine Milliarde Euro in die Sicherheit
der beiden Biblis-Blöcke investiert worden - für den Konzern ein
Argument, dass sie länger laufen können als im Atomkonsens vorgesehen.
"Jede Nachrüstung ist gut", sagt Brenner, "aber das Grundproblem bleibt.
Falsch etikettierte Rohre werden in der Chemieindustrie sofort
ausgetauscht. Warum nicht auch in der Atomindustrie? Wenn nur ein
Promille von ihnen versagt, kann das höchst gefährlich sein."

Auch ohne Rohrerneuerung stehen die beiden Altmeiler am Rhein seit zehn
Monaten still. Der Grund sind wie in Krümmel falsche Dübel. Vor sechs
Jahren wurden bei Überholarbeiten in Biblis rund 15 000 unzureichende
Schwerlastdübel angebracht. Solange sie nicht alle ersetzt worden sind,
dürfen die Anlagen nicht wieder anlaufen.

Chaotische Arbeitsbedingungen, schlecht qualifiziertes Personal,
unkorrekte Pläne - was Brenner über die Arbeit am Kühlsystem in Biblis B
sagt, wird jetzt durch Aussagen des Monteurs Uwe Schulz gestützt, der
ganz ähnlich die Lage an den Elektrosystemen im Schwesterwerk Biblis A
beschreibt. "Die technischen Unterlagen haben in keiner Weise mit dem
übereingestimmt, was wir in der Anlage vorfanden", sagt Schulz. "Es war
nicht möglich, auch nur einen Stell- oder Regelantrieb, eine Klappe oder
einen Schieber in Betrieb zu nehmen, ohne dass mich Planungs- oder
Montagefehler erheblich behindert hätten."

Schulz und Brenner kennen sich nicht, sie haben sich nie getroffen. "Das
macht ihre Berichte nur glaubwürdiger", sagt Henrik Paulitz von der
Organisation "Ärzte gegen den Atomkrieg". "Es ist Unfug, von zunehmender
Sicherheit der alternden Meiler zu reden."

Der Elektromonteur Uwe Schulz, der seinen richtigen Namen ebenfalls nicht
nennen will, ist seit 2002 krankgeschrieben und klagte gegen die Firma
Siemens, seinen damaligen Arbeitgeber, um Schadenersatz. "Biblis war die
Hölle", sagt er, und meint damit, die Arbeit habe ihn so belastet, dass
er im November 2001 im Kraftwerk zusammenbrach. "Damit wurde ich zum
Sicherheitsrisiko, wurde aber trotzdem weiter beschäftigt", sagt Schulz.
Das Verfahren hat er letztinstanzlich vor dem Bundesarbeitsgericht
verloren. Deshalb will man bei Siemens keine Einzelheiten kommentieren.
"Die Sache hat sich erledigt", sagt ein Konzernsprecher. Das sieht der
Atomkritiker Paulitz anders. "Der Prozess drehte sich um die Vorlage
eines ärztlichen Attestes. Die sicherheitstechnischen Aspekte waren nicht
das eigentliche Thema. Was Herr Schulz vorbringt, muss man durchaus ernst
nehmen."

Schulz war in den Jahren 2001 und 2002 in Biblis A eingesetzt. Damals
hatte Siemens von RWE den Auftrag erhalten, dort eine Notsteuerstelle
aufzubauen, um das Kraftwerk bei einer Zerstörung der Hauptwarte noch
abschalten zu können. Was er dabei erlebte, hat Schulz in seinem Prozess
öffentlich gemacht. Der Elektromonteur hatte schon zwanzig Jahre in
Atomkraftwerken gearbeitet, als er 2001 nach Biblis kam. Dort herrschte
Hektik, da auch eine Revision anstand, eine Generalkontrolle.

Die alten Meiler sind abgeschrieben, bringen den Betreibern etwa eine
Million Euro Gewinn pro Tag und sollen daher möglichst selten
stillstehen. Also hat man die regulären Revisionen von etwa 30
Arbeitstagen auf rund die Hälfte verkürzt. "Das bedeutet, dass die
Revisionsarbeiter unter einem ungeheuren Druck stehen, denn jeder Tag
kostet Geld", sagt Schulz. "Es war Chaos und Stress hoch drei." Ständig
seien Fehler bei Montagearbeiten passiert, zum Beispiel Kurzschlüsse beim
Löten, wobei Kabelverbindungen beschädigt wurden. "Wir haben diese
Stellen dann notdürftig wiederhergestellt, aber die Aufsichtsbehörde
nicht informiert. Wenn wir den TÜV informiert hätten, hätten ganze
Baugruppenträger ausgetauscht werden müssen."

Schulz wollte es trotzdem richtig machen, er verausgabte sich bis zur
völligen Erschöpfung. Als er einen Vorgesetzten auf die falschen Pläne
hinwies, habe der nur geantwortet, dass "die da oben mit ihrer
schlampigen Planerei irgendwann auf die Schnauze fallen" würden. Genau
dieser Vorgesetzte jedoch habe sich selbst nicht besser verhalten.

Es ging um acht Lüftungsklappen, die bei einem Störfall so dicht
schließen müssen, dass keine Radioaktivität aus dem Reaktorgebäude nach
außen dringen kann. Schulz stellte fest, dass ein Schutzmechanismus die
Klappen blockierte. Als er dies dem Vorgesetzten meldete, habe dieser ihm
befohlen, den Schutz einfach abzuschalten. Daraufhin sagte Schulz, das
sei eine äußerst unverantwortliche Entscheidung. Man dürfe niemals in
einem Atomkraftwerk Schutzmechanismen unwirksam machen.

Tatsächlich musste der Betreiber RWE am 5. Juni 2002 offiziell ein
"Vorkommnis" melden: den Ausfall einer dieser Lüftungsklappen. RWE lässt
heute erklären, dass man das Problem sofort behoben habe. Schulz
befürchtet aber weitere, noch unentdeckte Fehler.

"Damals war ich vollkommen fertig", sagt Uwe Schulz. Im Herbst 2001
erlitt er einen Nervenzusammenbruch und musste Psychopharmaka einnehmen;
ein halbes Jahr später brach er völlig zusammen. Dem Gericht erklärte er,
dass er vermutlich nicht der Einzige mit psychischen Problemen in der
Atomwirtschaft sei: "Wer weiß, wie viele nervlich angeschlagene
Mitarbeiter an sicherheitsrelevanten Systemen in Kernkraftwerken
arbeiten."
Berliner Zeitung, 01.08.2007


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Sehr kurzfristig habt Ihr die Chance einem aussergewöhnlichen Ereignis nächsten Donnerstag und Freitag in Bure beizuwohnen.
Ralf Streck (deutscher unabhängiger Journaliste aus dem Baskenland) wird mit einer 38 köpigen baskischen Musik-Folklore-Tanz-Kombo den Widerstand in Bure unterstützen. (siehe Text zu den verschiedenen Bardengruppen unten). Details werden die nächsten Stunden festgelegt und verschickt, also wanns genau wo losgeht - auf alle Fälle Donnerstag nachmittag und abend sind sie da und werden in Bure gegen das Atommüll-Endlagerprojekt ihre Masken, Tänze und Musik präsentieren. Sie sind auf dem Weg zu einem Bardentreffen und so hat sich diese Chance ergeben, da sie den Antiatomwidersatand in Bure solidarisch unterstützen wollen und dort vorbeishauen. Ich werde auf alle Fälle hinfahren und habe Donnerstag ab Trir nochMitfahrplätze und vielleicht ist dass auch für andere ein guter Anlaß nach Bure zufahren, evtl noch länger dort oder in der Region zu bleiben.
Überlegts Euch und Kommt nach Bure!!!!

Diese Jahr ist dort ansonsten am 26.8. noch ein protestmarsch - kein Festival-.

gruß Markus
Mitfahrgelegenheit für den 2.8. -->
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Lieber heute aktiv als morgen radioaktiv


zum weiterlesen --> http://atomausstieg.twoday.net/


Wissenswertes zum Thema PC, Zubehör oder Programme. BE A BETTER INTERNET-GURU!
Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken, vertuschen von Störfällen,
Neubau von Kohlekraftwerken - nein danke!
Alle AKW´s abschalten - Energiewende jetzt!

Liebe AKW-GegnerInnen,
wir laden Euch recht herzlich ein:

> Anti - AKW - Sommerfest
> 30 Jahre Neckarwestheim sind genug!

Freitag, 27.07.
ab 19 Uhr
Parkplatz "Schöne Aussicht", Neckarwestheim

Informationen, Diskussion, Grillen und Film am AKW.
Einfach mal abschalten.

ab 21.30 Uhr open-air-Film:
"Der zehnte CASTOR-Transport nach Gorleben"

Getränke & Glut vorhanden - Essen bitte mitbringen...

mit atomfeindlichen Grüßen!



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Stuttgarter Nachrichten, 02.07.07

> Entscheidung um EnBW-Chef
> Villis soll Claassen ersetzen

Stuttgart - Die Vorentscheidung, wer neuer Vorstandschef der Energie
Baden-Württemberg wird, ist gefallen: Am Sonntagabend gaben Vertreter der
Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) grünes Licht für Eon-Manager
Hans-Peter Villis. Er soll die Nachfolge von Utz Claassen antreten.

VON FRANK KRAUSE

Seit Tagen war darüber spekuliert worden, wer künftig die EnBW führt,
nachdem Claassen (44) vor einigen Tagen überraschend angekündigt hatte,
er werde seinen Vertrag über den 1. Mai 2008 hinaus nicht mehr
verlängern. Er hatte offenbar gespürt, dass er bei der OEW und dem
zweiten Großaktionär, der Electricité de France (EdF), keine Chance mehr
hatte. Und so tauchten immer wieder neue Namen für seine Nachfolge auf.
EnBW-Aufsichtsratschef Claus Dieter Hoffmann gab sich aber ahnungslos.
Dass es eine Entscheidung über Claassens Nachfolge bereits bei der
Aufsichtsratssitzung am 5. Juli geben werde, bezweifle er.

Es waren alles Ablenkungsmanöver. Denn die Entscheidung für Villis
zeichnete sich offenbar schon länger ab. In der vergangenen Woche
besuchte der 49-Jährige, der Wirtschaftswissenschaft an der Ruhr-Uni in
Bochum studierte und dann über mehrere Stationen in der Energiebranche
zum Großkonzern Eon kam, noch einmal die mächtige EdF in Paris, deren
Favorit er stets war. Am Wochenende holte er sich die Zustimmung aus
Baden-Württemberg. Nach Informationen unserer Zeitung traf sich Villis am
Samstag mit den Arbeitnehmervertretern der EnBW, am Sonntagabend beriet
er sich in Stuttgart mit den Spitzen der OEW, angeführt vom Ravensburger
Landrat Kurt Widmaier. "Villis hat einen ausgesprochen guten Eindruck
gemacht", hieß es hernach. Offenbar gelang es ihm in dem Gespräch, die
Bedenken Baden-Württembergs zu zerstreuen, er sei nur ein Strohmann der
EdF und habe den Auftrag der Franzosen, für eine Mehrheit der EdF bei der
EnBW zu sorgen. "Er hat seine Chance verdient", hieß es deshalb am Abend
aus OEW-Kreisen.

Inwieweit es am Wochenende noch Versuche gab, einen anderen Kandidaten
aus dem Land für den Posten zu holen, ist unklar. Eon jedenfalls soll bis
zuletzt versucht haben, Villis mit verbesserten Gehaltsbedingungen zu
halten. Am Ende entschied er sich für den Wechsel. Einer Vorstellung im
EnBW-Aufsichtsrat am 5. Juli in Stuttgart steht also nichts mehr im Weg.
Wann er beginnt und ob er ein ähnliches Millionengehalt wie Claassen
erhält, ist aber genauso offen wie die Frage, wann Claassen nun geht.

Aktualisiert: 02.07.2007, 06:16 Uhr

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wir möchten Euch herzlich zu den beiden folgen Veranstaltungen einladen:

> Donnerstag, 05.07., 20.00 h
> DemoZ Ludwigsburg

...Wo kaufen Sie eigentlich Ihren Strom?" "...Ach nee!?" "...Immer noch
bei diesen Atom-Müll-Produzenten und Klima-Killern?" "...Das ist nicht
Ihr Ernst?!"

Stromwechselparty im DemoZ Ludwigsburg
Mehr: http://www.demoz-lb.de/programm/programm.htm

--

> Sonntag, 08.07., 14 Uhr
> Schöne Aussicht, Neckarwestheim

30 Jahre AKW Neckarwestheim sind genug!
Sonntagsspaziergang

Eine gute alte Tradition besagt, dass es Atomkraftwerken und ihren
Betreibern gut tut, wenn sie immer mal wieder auch bei ihrem Tun durch
die Öffentlichkeit begleitet werden. Gerade bei Sonntagsspaziergängen
lässt sich vieles über den riskanten und überflüssigen Betrieb der AKWs
am konkreten Beispiel in Erfahrung bringen.
Abschluss dieses Sonntagsspaziergang wird ein kleiner Sekt-Umtrunk
anlässlich des erneuten Karriereschubs von Herr Claassen sein.

mit atomfeindlichen Grüßen!


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Liebe AtomkraftgegnerInnen,
wir möchten Euch herzlich zu unserer morgigen Veranstaltung einladen:

> Dienstag, 26. Juni, 19.30 Uhr
> DemoZ Ludwigsburg, Wilhelmstr. 45/1 (www.demoz-lb.de)

Vortrag und Diskussion mit Vertretern der Anti-Atom-Gruppe Mannheim

> Der Fluch der Atomtechnologie und Alternativen jenseits von Ausbeutung und Umweltzerstörung

Uranabbau und die damit einhergehende atomare Verseuchung und
Umweltzerstörung findet in armen Ländern oder in Gegenden mit indigener
Bevölkerung statt.

Den scheinbaren Nutzen haben die Länder, die Atomkraftwerke betreiben.
Der Müll der Atomwirtschaft wird teilweise wieder in Gebiete
transportiert, die wenig von der erzeugten Energie profitieren und unter
der Strahlung leiden.

Die G8-Staaten propagieren den Neubau von AKW und unterstützen dies durch
Technologie-Exporte, wobei "gute" und "böse" Länder unterschieden werden.
Die Risiken werden auf Kosten der Steuerzahler abgesichert (z.B. durch
Hermes-Bürgschaften), den Profit teilen sich dagegen wenige Firmen.

Es geht allerdings auch ohne atomare und fossile Brennstoffe. Die Frage
der Alternative wird überblicksartig dargestellt.

Referenten: Andreas Frank und Eric Tschöp



atomfeindliche Grüsse!



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-Neue Universal #69, Juni 2007 Trier -  http://www.nuweb.de/

Urantransporte auf lokalen Schienen


Trier liegt auf einer Transitstrecke für strahlende Fracht.

(foto:
Urantransporte passieren auch den Trierer Hauptbahnhof)

Alle zwei Wochen passieren  Züge mit radioaktiver Fracht das Stadtgebiet. Geladen haben sie Uranhexafluorid für die Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau.  Im Rathaus weiß man  von den Transporten. Man wird aber nicht informiert, wann und wie oft diese durch die Stadt rollen. Atomkraftgegner wollen die Bevölkerung aufrütteln.
 
„Zuerst dachte ich, Greenpeace würde eine Demo bei uns machen. Aber die Strahlenschutzanzüge waren echt“, erzählt Winfried Herres. Er steht auf dem Güterbahnhof in Trier- Ehrang und zeigt auf ein Nebengleis. Von dort wandert sein Finger zu einem Firmengelände neben den Bahnanlagen. Altmetallpyramiden lugen über den Zaun. „ Da drüben stand der Zug, und da haben sie Alarm gegeben.“ Herres ist Eisenbahner und will seinen richtigen Namen für sich behalten. Am 28. Juni 2006 löste an dieser Stelle ein Zug mit Uranhexafluorid aus Frankreich einen Strahlenalarm aus. Das Messgerät eines benachbarten Schrottbetriebes hatte die Strahlung registriert und einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei bewirkt. „ Erkenntnisse über Gefahren für die Bevölkerung lagen uns zu keinem Zeitpunkt vor. Der kritische Grenzwert wurde nicht überschritten.“, erklärt Hans - Joachim Lanfer vom Presseamt der Stadt Trier.

 Auch Trier betroffen


Julia Bäuerlein zuckt mit den Schultern . „ Urantransporte sind nötig für den Betrieb von Atomkraftkraftwerken. Das sie auch Trier betreffen, ist seit diesem Tag aktenkundig.“, meint die Sprecherin der Trierer Anti- Atomgruppe „Stop Bure“. Zur Zeit fänden diese nach ihren Erkenntnissen alle zwei Wochen statt. „ Als Anwohner der Bahngleise wäre ich schon beunruhigt“, Julia Bäuerlein reicht eine Karte Mitteleuropas über den Tisch, auf der sie eine Stecke vom südfranzösischen Pierrelatte ins westfälische Gronau eingezeichnet hat. Die Firma Urenco , an der auch RWE und E-ON  beteiligt sind, betreibt dort ein Urananreicherungswerk. Trier ist die erste Station nach der deutschen Grenze. Die Karte wurde erstellt in einer gemeinsamen Aktion deutscher und französischer Atomkraftgegner. „ Informationen über den Zug, wie viele Wagons, Geschwindigkeit etc., wurden von Beobachtern am Gleis immer an den Ort mit der nächsten Anti- Atominititative weitergegeben“, berichtet Lydia Tomaschowski von Greenpeace Trier.

Uran ist kein Spielzeug

Die DB- Tochterfirma Nuclear Cargo Service ( NCS) , die solche Transporte durchführt, war zu keinem Statement gegenüber der (nu) bereit. Gleiches gilt für die Betreiberfirma Urenco. Auf seiner Website wiegelt das Unternehmen aber hinsichtlich der Gefahren von Uranhexafluorid- Transporten ab. „ Nicht explosiv, nicht brennbar und nur schwach radioaktiv“ sei der Stoff. Eine Gefahr für Menschen bei Aufnahme über die Nahrungskette oder Atmungsorgane wird aber eingeräumt. „ Die Gefahr ist mit derjenigen von Cadmium oder Blei vergleichbar“, heißt es. Bei den Grünen in Trier ist man anderer Meinung : „ Wir wollen niemanden verunsichern, aber Uran ist kein Spielzeug, und solche Transporte nicht ungefährlich. Wenn Uranhexafluorid aus den Tanks entweicht, reagiert es mit der Luftfeuchtigkeit und wird zu Flusssäure. Diese ist aggressiver als Schwefel- oder Salzsäure und schon in geringen Mengen tödlich.“ Lydia Tomaschowski von Greenpeace geht noch weiter : „ Im Umkreis von hundert Metern um eine solche Unfallstelle wäre die Hälfte aller Menschen sofort tot.“

Information erfolgt nicht

Oberbürgermeister Klaus Jensen mag solche Szenarien nicht entwerfen, gleichwohl schreibt er in der Antwort auf eine Anfrage der Gruppen „Stop Bure „, Maus e.V.“ und Greenpeace , die der (nu) vorliegt : „ Eine Information der Stadt durch Betreiber, Transporteur oder Strahlenschutzbehörde über Transporttermine und deren Verweildauer in der Stadt erfolgt nicht. Auch Rettungsdienste und Feuerwehr werden nicht informiert“. Jensen ist jedoch davon überzeugt, das die Feuerwehr hinsichtlich ihrer Ausrüstung und Ausbildung in der Lage ist, auch mit einer solchen Gefahrenlage fertig zu werden. Er betont, das die Möglichkeiten der Stadt Trier, Einfluss zu nehmen, arg begrenzt sind. Trotzdem will er einen „Meinungsbildungsprozess“ einleiten, und ist selbst „ an der Thematik interessiert“.

(foto: - Vorsicht radioaktiv!)

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) ist weder Betreiber noch Transporteur , aber für die Genehmigung der Transporte zuständig , bestätigt Pressesprecherin Bettina Baader gegenüber der (nu). Über Gefahrguttransporte wie die Reise des Urans auf der Schiene muss das (EBA) informiert werden. Dort genehmigt man sie auch eingehender Prüfung und „nach pflichtgemäßem Ermessen“.

Volles Vertrauen

Bernhard Kaster ( CDU) Bundestagsabgeordneter aus Trier, ist damit einverstanden : „ Es beruhigt mich, dieses Gefahrgut auf der der Bahn zu wissen. LKW´s wären viel unsicherer.“ Kaster sieht viele „auch mißbräuchlich aus dem Kontext gerissene Informationen“, und wenige Menschen, die das „komplette Bild“ kennen, am Werk. Er rät, sich nicht unnötig verunsichern zu lassen, und hat volles Vertrauen in die Arbeit der zuständigen Behörden.

Winfried Herres, der Eisenbahner, winkt ab : „ Da ist ein hochgefährlicher Stoff über weite Strecken und top secret unterwegs und nicht mal die Stadt weiss Bescheid, wann. Und mehr als ein Lokführer ist da von uns meist nicht drauf. Wir fahren das Zeug ja nur. Der kann auch nichts machen, wenn mal etwas wirklich schief gehen sollte. Und wenn etwas durchsickert, heißt es, die Bevölkerung soll doch einfach Vertrauen haben, und ansonsten am besten das Maul halten. Genauso schürt man Verunsicherung. Wenn alles in bester Ordnung ist, können sie doch die Karten auf den Tisch legen.

Andreas Armann  //  Neue Universal #69, Juni 2007 // Fotos: antiatom-aktuell

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weitere Infos zum Widerstand gegen Urantransporte: www.urantransport.de